Worst Practice

Wie PR und Marketing für Coaches nicht funktionieren

Offenbar fehlt etlichen Coaches Grundwissen in Sachen Marketing und PR. Die Folge: Sie investieren an der falschen Stelle – und ignorieren die Chancen eines durchdachten Online-Auftritts.

Wo PR und Marketing ohne Konzept starten, wird meist Geld verbrannt. Bild: zdshooter – Fotolia

Wo PR und Marketing ohne Konzept starten, wird meist Geld verbrannt. Bild: zdshooter – Fotolia


Ich habe in den vergangenen Monaten mit mehreren Coaches über Öffentlichkeitsarbeit und Marketing gesprochen. Einige meiner Gesprächsparter sind alte Hasen, andere steigen gerade erst ein. Der gemeinsame Nenner: Alle wünschen sich mehr öffentliche Sichtbarkeit und als Folge bessere Geschäfte. Aber kaum einer weiß, wie er Marketing und PR systematisch angehen kann.

Nur schön ist leider nutzlos

Stattdessen setzt mancher auf „Worst Practice“. Irgendjemand sagt „Du brauchst einen Flyer und ein Logo“ – schon rennt der Soloselbstständige zum nächsten Grafiker und lässt sich etwas gestalten. Daran ist nichts Verwerfliches, solange beide Seiten mit dem Ergebnis zufrieden sind. Aber: Kunden oder Klienten oder Coachees bringt das kaum. Warum? Weil in Optik investiert wird statt in Inhalte. Die Schriftart auf dem Logo und die Papierqualität des Flyers sind den meisten Interessenten aber egal. Die wollen wissen, ob der Coach ihr Problem versteht und wie er es lösen kann. Im Sinne von Content Marketing müsste ein Coach – ebenso wie ein Trainer oder Berater – im entscheidenden Moment überzeugende Antworten auf diese Fragen präsentieren.

Null Umsatz – teuer bezahlt

Mein Lieblings-Worst-Practice-Beispiel ist eine Einsteigerin, die einem Grafiker mehrere Tausend Euro für Logo, Flyer, Visitenkarten und Website-Design überwiesen hat. Sieht alles toll aus, hat aber ein paar Haken: Auf der Website steht bis heute kaum eine Zeile, die das Angebot prägnant beschreibt. Denn sie hat gedacht: „Den Text schreibe ich selber“. Das war vor einem Jahr. Und die Adresse der Seite enthält weder ihren Wohnort noch das Stichwort Coaching. Zusammen mit dem dürftigen Inhalt bedeutet das null Online-Sichtbarkeit, denn Google ignoriert die Seite. Fürs Geschäft ist das verheerend. Heute fragt der Normalverbraucher erst mal die größte Suchmaschine und beachtet nur die erste Seite, die Google als Ergebnis anzeigt. Die Investition ins Webdesign bringt also bis auf Weiteres keinen Ertrag. Oder andersrum: Der ausbleibende Umsatz hat auch noch Geld gekostet.

Dem Grafiker ist kein Vorwurf zu machen. Er hat geliefert, was die Frau bestellt hat. Ihr Fehler war, dass sie zentrale Fragen nicht rechtzeitig identifizert und beantwortet hat. Nun muss sie nachbessern, unterm Strich wird der Auftritt nach außen dadurch wesentlich teurer als nötig.

Einfache Einstiegsfragen an Coaches, Trainer und Berater

Deshalb die dringende Bitte an Coaches, aber auch an Trainer und Berater, die sich – nicht nur online – mehr Sichtbarkeit wünschen: Beantworten Sie zuallerst die Fragen „Was kann ich?“ und „Wer braucht das?“. Von da aus geht es sinnvoll weiter in Richtung Content Marketing – und für die gesparten Tausender findet sich garantiert eine nützlichere Verwendung.

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