Fall-Beispiele

„Spiegel Wissen“ widmet dem Scheitern ein ganzes Heft

Pleite, Reinfall, Misserfolg, Schlag ins Wasser – die deutsche Sprache kennt viele Synonyme fürs Scheitern. Zum Soloselbstständigen-Alltag gehört es dazu: Mal lehnt der mühsam „angewärmte“ Neukunde das erste Angebot empört ab, mal springt der wichtigste Auftraggeber ab. „Spiegel Wissen“ hat dem Scheitern ein ganzes Heft gewidmet. Für Freelancer interessant wird es durch den Untertitel: „Wie Niederlagen zum Erfolg führen können.“

Henry Ford – der kommt als Quelle universeller Weisheit gleich nach den Chinesen und ihren Sprichwörtern – sah Niederlagen angeblich in erster Linie als Gelegenheiten: Er riet, es noch mal zu versuchen, dieses Mal aber intelligenter. So ähnlich lautet das Leitmotiv des Hefts SPIEGEL WISSEN 1/2015: Richtig scheitern. Die Bandbreite der Themen reicht von Start-up-Gründern, die nie einen Finanzier fanden, bis zur um sich greifenden Furcht der 30- und 40-Jährigen, im Privatleben zu versagen.

Freelancer brauchen Resilienz

Die drei Kapitel „Scheitern“, „Umdenken“ und „Neustart“ enthalten viele Anregungen für Soloselbstständige. Denn Freelancer müssen immer mal mit Misserfolgen klarkommen. Da kann es hilfreich sein, sich ein Reaktionsmuster anzugewöhnen, um nach dem ersten Frust den Blick auf neue Perspektiven und Chancen zu richten. Psychologen nennen die Fähigkeit, Niederlagen souverän zu bewältigen, Resilienz. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich kultivieren. Steht auf den Seiten 72ff.

In der Start-up-Szene des Silicon Valley herrscht offenbar ein regelrechter Kult ums Scheitern – es wird dort als Beleg für große Pläne und hohe Ansprüche gedeutet. Wer einmal auf die Nase gefallen ist, macht es beim nächsten Mal besser, lautet die Annahme.

Unverdienter Vertrauensvorschuss für Gescheiterte

Interessanterweise lässt sich das für Deutschland nicht belegen: Gescheiterte Selbstständige sind im zweiten Anlauf bestenfalls genau so erfolgreich wie Erstgründer. In einem KfW-Dokument heißt es: „Dies hat damit zu tun, dass sich viele gescheiterte Selbstständige – bewusst oder unbewusst – einem Lernprozess verschließen. Sie weisen dabei eigene unternehmerische Fehler zurück und machen stattdessen äußere Umstände wie die Konjunktur für ihr Scheitern verantwortlich.“

Es geht also darum, aus einem Flop die richtigen Lehren zu ziehen. Zwar gibt es inzwischen mit den „FuckUp Nights“ ein eigenes Forum für gescheiterte UnternehmerInnen – aber wer will bei diesen Treffen Dauergast sein?

Mit welchen Techniken machen Sie aus Misserfolgen wertvolle Erfahrungen? Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar!





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